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Infozentrum Slaný
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Kulturhistorische Wanderung 6.2 - 9

Dieses Projekt wird von der Mittelböhmischen Region mitfinanziert.  
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6/2 Kulturhistorische Wanderung durch die Region Slaný –
Innerhalb der Stadtmauern

Zur Jahrhundertwende vom 13. zum 14. Jahrhundert wurde der historische Kern von Stadtmauern umschlossen. Der doppelte Gürtel der Festung mit Basteien und Wassergräben wurde an den Hauptwegen in die Stadt (von Prag, Laun, Welwarn) mit den Toren Pražská, Lounská, Velvarská unterbrochen. (Es handelte sich um das Prager Tor, das Launer Tor und das Welwarner Tor) Ein kleineres Tor „Fortna“ (Pforte) stand auf der südwestlichen Seite. Ursprünglich war das Tor Fortna für die Fußgänger bestimmt. Der Grundriss der Stadt erhielt die Form eines verengerten Fünfecks. Im Laufe der Zeit änderte sich die Kriegsführung und die Stadtmauern verloren allmählich ihre Verteidigungsfunktion. Die Stadt verzichtete auf die Nutzung der Stadtmauern und ließ sie in den Jahren 1835-1841 zum großen Teil abbrechen. Ihre Reste sind bis heute sichtbar, vor allem am Standort „U Brodu“ (Zur Schwemme).

Lounská brána - Das Launer Tor
Anstelle des Tors steht das Haus Nr. 101. Im Jahr 1425 wurde das Tor niedergerissen und in den Jahren 1460-1472 wieder ausgebaut. Seine damalige Gestaltung blieb auf der lavierten Zeichnung von Josef Šembera aus dem Jahr 1822 erhalten. Im Jahr 1835 wurde das Tor abgebrochen.

Městská spořitelna – Socha spořivosti
Die Stadtsparkasse – Die Statuengruppe der Sparsamkeit
Im Jahr 1838 wurde hier ein Haus erbaut, in dem die k.k. Gendarmerie seit dem Jahr 1854 ihren Sitz hatte. Im hinteren Trakt des Gebäudes wurde seit dem Jahr 1859 die Buchdruckerei F. Jeřábek betrieben. In den Jahren 1872-1886 befand sich hier das Telegrafenamt. Im Jahr 1920 verkaufte die Gemeinde das Haus an die im Jahr 1896 gegründete Stadtsparkasse. Diese nutzte seine Räume bis zum März 1930. Das Haus wurde niedergerissen. Das Gebäude der neuen Stadtsparkasse wurde nach Entwurf von dem in Slaný geborenen Architekten Alois Mezera ausgebaut. Die feierliche Eröffnung fand am 15. November 1931 statt. Die Statuengruppe der Sparsamkeit an der Fassadenecke der Sparkasse wurde aus Bohdanetscher Sandstein gehauen und zusammen mit bronzenem Doppelrelief über dem Haupteingang und dem Relief aus Carrara-Marmor in der Eingangshalle stammen aus dem Atelier des Bildhauers Václav Nejtek.

Das Eckhaus Nr. 103 ließ sein Eigentümer Josef Stumpf im Jahr 1873 umbauen. Die ursprüngliche Fassade aus dem Jahr 1911 blieb nur im oberen Teil des Hauses erhalten.
Die Kynský-Straße (früher die Poštovní-Straße) trägt den Namen des ersten Piaristen in Slaný.

Das Haus Nr. 549 wurde in den Jahren 1873-1875 von Leopold Svoboda in einer Baulücke, die zum k. k. Post- und Telegrafenamt führte, ausgebaut. Am Ende des 19. Jahrhunderts hatte das k. k. Post- und Telegrafenamt seinen Sitz in der Palacký-Straße.

Das Haus Nr. 128, das ehemalige Gasthaus trägt den Hausnamen „V Templu“ (Im Tempel). Er ist von der Kapelle, die hinter dem Haus stand, abgeleitet. Seit dem April 1855 benutzten seinen Saal hiesiges Theaterensemble und der Sokol-Verein. Im Tempel befand sich auch jüdische Gebetstätte.

Das Haus Nr. 115 ziert eine Gedenktafel, die uns an den Piaristenpater Dominik František Kynský (1777-1848) erinnert. An seinem Geburtshaus wurde die Gedenktafel am 29. September 1877 angebracht.

Das Haus Nr. 114
Beim Umbau der ehemaligen Hauptmannschaft wurden zwei im Boden eingelassene ummauerte Bauten, Relikte der Eisenbearbeitung und mehr als 4000 Tonscherben freigelegt. Der archäologische Fund stammt aus der Mitte des 14. Jahrhunderts.

Das Haus Nr. 148 ist das Geburtshaus von JUDr. Josef František Frič (1804-1876).
Es war ein tschechischer Jurist und Politiker. Am Haus wurde die Gedenktafel am 26. Mai 1907 angebracht. Die Straße, in der das Haus steht, trägt seinen Namen (Die Fričova-Straße). Im Garten blieb die Schwarze Bastei der ursprünglichen Stadtfestung erhalten.

Die jüdische Synagoge Nr. 149 wurde zusammen mit der anliegenden jüdischen Schule im Jahr 1865 ausgebaut. Die Synagoge ist nicht zugänglich.

Pražská brána - Das Prager Tor verschloss den östlichen Teil der ummauerten Stadt. Das steinerne Tor wurde anstelle des ursprünglichen älteren Tors im Jahr 1402 ausgebaut. Das Tor behinderte den Verkehr und wurde im September 1841 abgebrochen. Es blieben nur Fragmente des ursprünglichen Skulpturenschmucks erhalten. Sie sind im ersten Erdgeschoss des Heimatkundemuseums zu sehen. Die Abbildung des Tores blieb auf einigen Zeichnungen erhalten, z.B. auf dem Ölgemälde von Karel Würbs aus dem Jahr 1855. Die Spuren des Tors sind noch unterhalb der Stadtmauern am Standort „U Brodu“ (Zur Schwemme) zu sehen.

Das Haus Nr. 15 wurde im Jahr 1822 anstelle des ursprünglichen Beinhauses und der ersten Schule in Slaný erbaut. In den Jahren 1820-1822 wurden die Bauten niedergerissen und der an die St. Gotthardkirche anliegende Friedhof wurde gleichfalls aufgelöst. Im neu ausgebauten Gebäude wurde der ersten Kindergarten errichtet.

Die St. Gotthardkirche
Die Sage erzählt, dass die ursprüngliche St. Gotthardbasilika (an der Stelle der heutigen Kirche) schon im Jahr 1137 stand und vom Adligen Mladota gegründet wurde. Aus damaliger Zeit blieben Fragmente der nördlichen Mauer mit Schießscharte neben dem Turm erhalten. Die Kirche und die Propstei des Klosters standen damals außen vor den Stadtmauern. Erst nach der Erweiterung der Stadt, als die neuen Stadtmauern ausgebaut wurden, fanden sie ihren Platz innerhalb der Stadtmauern. In der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts wurde die Basilika in eine frühgotische dreischiffige Kirche mit vorgeschobenem Presbyterium umgebaut. Die Fragmente der gotischen Umfassungsmauern blieben in ihrem unteren Teil erhalten. Zum großen Teil blieben auch die Fensteröffnungen und Pfeiler des mittleren Hauptschiffs erhalten. Die Kirche wurde mehrmals umgebaut. Ein grundlegender Umbau erfolgte in den Jahren 1874 und 1890 nach Entwurf des Architekten Rudolf Štech. Der Kirchenturm ist 43 m hoch. Der Turm hatte ursprünglich vier Glocken – die größte Gotthard (1494), die mittlere Vojtěch (Adalbert, 1508), die kleinste Dominik (1512) und ein Sterbeglöcklein Erasmus (1521). Dominik musste während des 1. Weltkriegs demontiert und der Metallsammelstelle für Kriegszwecke zugeführt werden.

Das Haus Nr. 14
Das sog. Modletický Haus mit Erker an der Fassadenecke schmückt auch ein erhaltenes steinernes Renaissanceportal. Aufwärts in dem mit Monogramm SW am Pfeil mit Doppelspitze verzierten Schlussstein des Portalbogens ist die Jahreszahl 1578 zu lesen. Auf dem Architrav über dem Portalbogen steht die Statue des Hl. Johannes von Nepomuk mit zwei Engelchen. Die Statue stammt aus der späteren Zeit. Im Jahr 1996 erfolgte ihre Restaurierung. Über dem Portal des Nebeneingangs auf der östlichen Seite des Hauses befindet sich eine ellipsenförmige Nische mit Statue.

Im Haus Nr. 33 eröffnete der Restaurator F. R. Svoboda im Jahr 1932 seine Dauergalerie „Aleš“. Es wurden hier über 300 Originalwerke, ausschließlich von den tschechischen Künstlern, ausgestellt und zum Verkauf angeboten. In den 30. Jahren des 20. Jahrhunderts befand sich hier auch ein berühmtes Cafe und das Freudenhaus.

Das Maňasovský-Haus Nr. 34 hat in seinen Nischen die steinernen Skulpturen, die aus dem 15. und 16. Jahrhundert stammen. Über dem Eingang ist ein steinernes Pferd zu sehen.

Im Haus Nr. 35 lebte in den Jahren 1880-1895 der Professor des hiesigen Gymnasiums und der erste Historiograf der Stadt Josef Lacina. Als Historiker und Schriftsteller publizierte er unter dem Pseudonym Kolda Malinský.

Der Komenský-Platz wurde früher Kozí ryneček (Geißenring) genannt. Anstelle der heutigen Grundschule stand eine Brauerei, die der Graf Jaroslav Bořita von Martinic errichten ließ. Bier wurde hier mit einigen Unterbrechungen bis ins Jahr 1884 gebraut. Den ganzen Komplex kaufte die Gemeinde Slaný. An seiner Stelle wurde eine neue Jungenschule ausgebaut. Im Jahr 1895 wurde sie eröffnet.

Fortna (Die Pforte)
Die kurze Fortenská-Gasse verdankt ihren Namen dem vierten Stadttor Fortna (die Pforte). In seiner Gestaltung ähnelte die Pforte dem Welwarner Tor (Velvarská brána). Im Jahr 1564 ließ die Stadt das Tor umbauen und in seiner Nachbarschaft einen Wasserturm ausbauen. Der Wasserturm blieb bis heute erhalten. Das Tor Fortna wurde im Jahr 1850 niedergerissen. Es wird überliefert, dass es ein einziges Stadttor war, durch das der Scharfrichter in die Stadt eintreten durfte.

Das Haus Nr. 53 in der Soukenická-Straße. Die ellipsenförmige Kartusche über seinem Eingang umrahmt ein Hauszeichen, auf dem ein Adler abgebildet ist.

Das Haus Nr. 68
Seine Gedenktafel für den tschechischen Priester und nationalen Erwecker Karel Alois Vinařický (1803-1869) wurde am 24. Juli 1870 enthüllt.

Die Gedenktafel für J. Šípek und R. Černý am Eingang zum Marktplatz von der Soukenická- Straße erinnert uns daran, dass hier früher das Haus Nr. 55 stand und dass das ein Geburtshaus vom verhafteten und gemarterten Kommunisten Josef Šípek (1906-1960) war. Die Gedenktafel ist auch dem Major der tschechoslowakischen Armee und dem Angehörigen der tschechoslowakischen Einheiten in England René Černý (1914-1950) gewidmet. René Černý wurde von den Kommunisten verhaftet und in Prag hingerichtet.

Die Husova-Straße nannte sich früher die Široká- oder Lounská-Straße. Die Gehsteige wurden mit Mosaik gepflastert und ihr Randstein ist aus Granit. Die Umpflasterung der Fahrbahn erfolgte im Jahr 1903.

Das Haus Nr. 96 reicht bis in die Soukenická-Straße. Auf seiner Gedenktafel steht, dass in diesem Haus der tschechische Dichter und Dramatiker Jaroslav Vrchlický (1853-1912) lebte und dass es sich um das Geburtshaus seines Bruders – des Übersetzers, Pädagogen und Schriftstellers Bedřich Frída (1855-1918) handelt.

Das Haus Nr. 94
In dem Haus wurde im Jahr 1560 Jan Šultys (Šoltys) geboren. Er war als Lehrer und Gastwirt in Slaný und Kutná Hora (Kuttenberg) tätig. In Kutná Hora wurde er zum Bürgermeister gewählt. Unter dem Namen Jan Šultys von Felsdorf wurde er auch in den Adelstand erhoben. Als Mitglied des Direktoriums wurde er bei der "Altstädter Exekution" am 21. Juni 1621 dem Henker Jan Mydlar übergeben und hingerichtet. Das Haus erwarb die Familie Fähnrich und es diente als Gaststätte U Tří bažantů (Zu drei Fasanen). Seine heutige Gestaltung erhielt das Gebäude im Jahr 1882.

Das Haus Nr. 93 war im Besitz des Fotografen und Museologen F. Duras. Zur vorletzten Jahrhundertwende wurde im Haus sein fotografischer Betrieb unterbracht.

Das Haus Nr. 107 „U lodi“ (Zum Schiff) fungierte seit dem 18. Jahrhundert als Zentrum des kulturellen Lebens in der Stadt. Im Jahre 1820 fand - gerade in diesem Gebäude - die vermutlich erste Amateuraufführung in der tschechischen Sprache statt. Das Einkehrgasthaus wurde auch in späteren Jahren von hiesigen Theateramateuren genutzt.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts ging das ursprünglich einstöckige Gebäude zugrunde. Die heutige Gestaltung erhielt das Haus im Zuge der Renovierung im Jahr 1913.

Das Haus Nr. 90
Es handelt sich um das Geburtshaus des Chronikschreibers, später auch des Primas in Slaný und des Hauptmanns in Martinice und Slaný Daniel Vepřek (1600-1657).

Das Haus Nr. 89 gehörte zu den ersten Kulturläden in der Stadt Slaný. Seit dem Jahr 1871 betrieb hier seinen Buchladen der Buchdrucker und Verleger František Neubert. Anfang der 80. Jahre des 19. Jahrhunderts verbrachte hier seine Lehrlingsjahre Václav Kliment (geboren in Velvary) – später eine berühmte Persönlichkeit der Automobilindustrie.


7. Kulturhistorische Wanderung durch die Region Slaný

Slaný – Dolín – Beřovice – Zlonice – Bakov – Želevčice – Slaný

Schlan – Dollin – Berschowitz – Slonitz – Bakow –Schelewtschitz - Schlan


Unsere Wanderung beginnt am Informationszentrum auf dem Masaryk-Platz (im Gebäude des ehemaligen Piaristenkollegs Nr. 159). Von hier aus nehmen wir den Weg zum Friedhof und Kloster mit der Kirche der Hlgst. Dreifaltigkeit. Wir gehen durch das Welwarner Tor (Velvarská brána), das um die Jahrhundertwende des 13. Jahrhunderts erbaut wurde. Wir folgen der Na-Vinici-Straße, bis wir auf die Winzer- und Fischersäule stoßen. An dieser vorbei wandern wir nach links bergab oder setzen wir unseren Weg zum Kreuz fort und folgen der Straße in Richtung Dolín.

DIE WINZER- UND FISCHERSÄULE
Es handelt sich um eine Kopie aus der Werkstatt des Bildhauers Václav Nejtek. Die Säule hatte ihren ursprünglichen Platz an der Friedhofmauer in Ovčáry (Owtschar, Schafhütten) unweit der St. Wenzelkirche. Ihr Modell wird im Heimatkundemuseum in Slaný ausgestellt.

DOLÍN - DOLLIN
Das Dorf wurde um das Jahr 1305 von den Schlaner Benediktinern gegründet. Es erschien urkundlich erstmals im Jahr 1325. Aus demselben Jahr stammt auch die Ersterwähnung der hiesigen den hl. Aposteln Simon und Judas geweihten Kirche. Ihr Innenraum wurde im Jugendstil ausgestaltet. Unterhalb der Kirche biegen wir nach links ab, in Richtung Beřovice. Auf dem Weg meiden wird die Nischenkapelle aus der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts.

BEŘOVICE - BERSCHOWITZ
Die erste Erwähnung geht auf das Jahr 1348 zurück. Im Dorf finden wir das Denkmal für den Volksschriftsteller Valerián Pejša. Auf dem Dorfplatz steht die Maria Lourdes Kirche. Es handelt sich um einen barocken achteckigen Bau mit achtteiliger Kuppel und Laterne. Sie wurde im Jahr 1732 ausgebaut. Von hier aus folgen wir der Straße in Richtung Zlonice.

ZLONICE - SLONITZ
Im Bereich des Flecken Zlonice wurden die Hockergräber der Aunjetitzer Kultur freigelegt. Diese Funde bestätigten seine prähistorische Besiedlung. Die Gemeinde verblieb im Besitz des Königshauses. Im Jahr 1705 erhob der Kaiser Joseph I. Zlonice zum Flecken. Bei der Ankunft sehen wir rechter Hand die barocke Maria Himmelfahrtkirche. Zu weiteren barocken Bauten der Gemeinde zählt auch das Denkmal für Antonín Dvořák – das ehemalige Spital. Sein Gebäude ließ der Graf Filip Josef Kinský im Jahr 1745 auf eigene Kosten ausbauen. Einen wertvollen Bestandteil des Denkmals bildet das rekonstruierte und im Jahr 1984 feierlich eröffnete Nachbargebäude „Varhaníkovna“ (Organistenhaus). In seinen Räumen lebte Antonín Liehman, Lehrer von Antonín Dvořák. Anstelle des alten Rathauses aus dem Jahr 1707 und des Hauses Nr. 136 wurde in den 90. Jahren des 19. Jahrhunderts ein neues Rathaus ausgebaut. Die neue Gemeindeschule wurde in den Jahren 1891-1893 vom Baumeister Václav Faigl erbaut. Am 16. September 1911 wurde der Anbau der Bürgerschule fertig gestellt. In der Gemeinde befindet sich auch das Bahnmuseum. Der Schwerpunkt seiner Sammlungen liegt im Zeitraum bis 1939.

DER JÜDISCHE FRIEDHOF IN SLONITZ
Das Magdeburger Recht, nach dem auch die Stadt Slaný verwaltet wurde, galt für die jüdische Bevölkerung nicht, da sie allgemein als nicht Teil der ursprünglichen städtischen Bevölkerung angesehen wurden. Sie lebten außerhalb der Stadt Slaný, in der Umgebung und auch in Zlonice. Nach erhaltenen Berichten siedelten sich die Juden in Zlonice am Ende des 16. Jahrhunderts an. Hiesige Judengemeinde gehörte zu den ältesten in Böhmen. Der alte jüdische Friedhof bleibt hier dauerhaft erhalten. Von Zlonice folgen wird der Straße Richtung Slaný am Friedhof vorbei über Bakov und Želevčice. Rechter Hand meiden wir ein altes steinernes Kreuz aus dem Jahr 1858.

BAKOV - BAKOW
Das Dorf wurde im Jahr 1267 erstmals erwähnt. Auf dem Dorfplatz sehen wir eine ursprünglich barocke viereckige Kapelle mit Glockenturm. Diese wurde im 19. Jahrhundert umgestaltet.

Die Sgraffiti in Bakow
Am Speichergebäude des Hofs in Bakov wurden im Jahr 1900 wertvolle Sgraffiti freigelegt. Sie stammten vermutlich aus dem 16. Jahrhundert und stellten die etwa 1 m hohen Tier- und Jagdabbildungen mit Pflanzenornamenten dar. Die Reste der freigelegten Sgraffiti sind heute auf der südlichen Seite der Feste in Bakov zu sehen.

ŽELEVČICE - SCHELEWTSCHITZ
Die Ersterwähnung des Dorfes geht auf das Jahr 1227 zurück. Hiesige Feste ging im 17. Jahrhundert zugrunde. Das aus der Hälfte des 18. Jahrhundert stammende Herrenhaus dient heute als eine private Galerie. Der Speicher auf dem Dorfplatz datiert aus dem Jahr 1776. Die Kapelle wurde im Jahr 1913 erbaut.

Slaný – Dolín 3,5 km
Dolín – Beřovice 2 km
Beřovice – Zlonice 3,5 km
Zlonice – Bakov 3 km
Bakov – Želevčice 1,5 km
Želevčice - Slaný 4 km

Gesamtlänge: 17,5 km
Der Weg ist für Touristik und Radtouristik geeignet.
Die Route führt über die Gemeinde- und Kreisstraßen.


8. Kulturhistorische Wanderung durch die Region Slaný

Slaný – Slaný - Kurze Umrundung

Der Masaryk-Platz (mit einer Fläche von 1 ha 35 a und 13 m²) bildet historisches Zentrum und lebendiges Herz der Stadt Slaný. Der Platz erlebte hunderte von christlichen und profanen Festen, empfing die Volksmengen während der Kundgebungen und an großen Tagen der Geschichte der Stadt und des Volkes hallte ein Jubel durch ihn.
Er war Schauplatz vieler prächtiger Adels- und Königsbesuche und Zeuge der Zusammenrottungen der verschiedenen Armeekorps und Delegationen der Partnerstädte. Im Jahr 1425 beleuchteten ihn die Brandhaufen der Fleischereien, auf denen die hussitischen Taboriten nach einer langen Belagerung der Stadt viele ihre Verteidiger verbrannten.
Inmitten des Platzes stand der Pranger und weitere Instrumente damaliger Justiz (Breche, Korb und Kreis mit Ketten). Die höchste Strafe wurde auf dem für diesen Zweck ausgebauten Richtplatz mit dem Schwert exekutiert. Die letzte öffentliche Hinrichtung fand am 1. September 1656 statt. Im Jahr 1681 wurde auf dem Platz eine neue Pestsäule der Hl. Dreifaltigkeit aufgerichtet. Im Jahr 1920 wurde sie aber niedergerissen und vernichtet. Der ursprüngliche runde Brunnen aus dem Jahr 1529 wurde gegen Ende des 16. Jahrhunderts umgebaut. Der neue Brunnen wurde hier erst im Jahr 1825 ausgebaut. Seine heutige Gestaltung erhielt der Brunnen im Jahr 1873 vom Bildhauer Wurzel. Im Jahr 2006 erfolgte seine umfangreiche Renovierung. Drei Kreuze aus Basaltsteinen erinnern uns an Orte und Ereignisse aus dem April 1425. Damals während der hussitischen Exzesse wurden Bürgermeister, Schöffe und Verteidiger der Stadt verbrannt.
Die Statue unseres ersten Präsidenten Masaryk wurde auf dem Platz in Slaný am 28. Oktober 2000 enthüllt. Die Statue stammt aus der Werkstatt der Bildhauer Miroslav Pangrác und František Radvan und des Erzgießers Petr Dvořák.

DAS EHEMALIGE PIARISTENKOLLEG
Auf dem leeren Grundstück anstelle der während des Dreißigjährigen Kriegs vernichteten Häuser wurde am 1. Juli 1658 vom Grafen Bernard Ignác Bořita von Martinic das Piaristenkolleg gegründet und im Jahre 1660 wurde die Anstalt fertig erbaut. Das Piaristenkolleg und die Gelöbniskirche dienten zur Erziehung der Jugend bis zum Umzug des Gymnasiums ins neue Gebäude auf dem heutigen Smetana-Platz im Mai 1939. Der linke Flügel des Piaristenkollegs fungierte in den Jahren 1846-1877 als erstes stehendes Theater der hiesigen Amateurschauspieler. Im September 1939 ist das Heimatkundemuseum ins Gebäude des ehemaligen Gymnasiums eingezogen. Im Jahr 1960 gewann es dann neue Räumlichkeiten. hat hier ihren Sitz auch die Stadtbibliothek – die heutige Václav Štech Bibliothek. In demselben Gebäude hat seinen Sitz auch das Informationszentrum Slaný. Im Jahr 1997 wurde im hinteren Trakt des Gebäudes ein neues Stadtkino ausgebaut und eröffnet.

DAS ALTERTÜMLICHE UNGELD - (tsch. Ungelt) - Das Haus Nr. 4
Die Geschichte des altertümlichen Ungelds (tsch. Ungelt) – des Hauses Nr. 4 reicht bis ins Jahr 1377. Damals gewährte der König der Stadt im Austausch gegen eine Anleihe das Salzrecht und das Recht Salzpfennig erheben zu dürfen. Das Salzrecht erlaubte den Kaufleuten mit dem kostbaren Gut zu handeln, Salz zu lagern und zu verkaufen. Das ursprünglich spätgotische Haus wurde im Barockstil umgebaut und in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts neu restauriert. Durch seinen ursprünglichen Durchgang gelangen wir zur Štěchová-Straße. Im Jahr 2007 erfolgte seine umfangreiche Renovierung.

DAS RATHAUS (das Haus Nr. 3) steht anstelle eines alten Hauses, das dem Kaiser Karl IV. nach dem Tod seines Besitzers – des Bürgers Lukáš verfiel. Die Stadt erhielt das Haus am 23. Juni 1378 vom Kaiser geschenkt. Der Kaiser bedang sich aus, dass das Haus zum Rathaus umgebaut werden muss. Das ursprüngliche Gebäude war einstöckig, mit einem hohen treppenförmigen Giebel und einem im Grundriss viereckigen hohen prismenförmigen Turm, der sich mit einem Laubengang in die Höhe des heutigen Turms ragte. Seine Zwiebelkuppel wurde auf der Spitze mit einem Stern geziert. Nach dem Prager Vorbild wurde in die Höhe des ersten Stockwerks eine astronomische Uhr angebracht. Ihr Zifferblatt hatte 24 Unterteilungen, mit 24 Ziffern, das im Uhrzeigersinn mit einer Geschwindigkeit von einer Umdrehung alle 24 Stunden drehte. Im Jahr 1751 ließ der Graf Michal Bořita von Martinic anstelle des alten Rathauses ein neues ausbauen. Am 2. August 1795 fiel das Gebäude einem Großbrand zum Opfer. In den Jahren 1795-1796 wurde das Rathaus wieder erbaut. Am Turm wurde eine neue Uhrenanlage mit zwei Zifferblättern und zwei Schlagwerken angebracht. Ein weiterer umfangreicher Umbau erfolgte im Jahr 1890 nach Entwurf des Architekten Rudolf Štech im Stil der Neurenaissance. Der Turm wurde 43 m hoch und zweistöckig. Die Uhrzifferblätter wurden auf allen vier Seiten des Turmes eingebaut. Unter und über den Uhrzifferblättern sehen wir rechteckige Fenster mit einer flachen Fensterumfassung. Im Eckenbereich wurde das Rathaus mit Bossensteinen verkleidet. Wir gehen durch das Welwarner Tor (Velvarská brána) zum Hlaváček-Platz.

VELVARSKÁ BRÁNA - DAS WELWARNER TOR
Das Tor stellt eines der letzten erhaltenen Stadtmauerfragmente dar. Urkundlich erscheint das Tor erstmals im Jahr 1443, im Zusammenhang mit dem Verkauf der Häuser in seiner Umgebung. Unter der Regierung des Königs Georg von Podiebrad erfolgte seine Restaurierung. Das ursprüngliche Tor bestand aus einem Mittelteil mit dem Tordurchgang, einem Vorwerk mit der Zinne und einer Brücke, die über den trockenen Graben führte. Von der Vorstadt aus betrachtet linker Hand wurde das Tor durch eine Bastei geschützt. Im 16. Jahrhundert fiel das Stadttor mehreren Bränden zum Opfer und somit kam es mehrmals zu seiner Renovierung. Die letzten Sanierungsarbeiten erfolgten an der Wende der Jahre 1993-1994. Der Turm ist insgesamt 38 m hoch. Der Durchgang ist 8 m lang, 4,7 m breit und hoch. Die Spannweite seines Bogens beträgt 2.80 m.

DER HLAVÁČEK-PLATZ
Im Jahr 1869 wurde zum neuen Bürgermeister Josef Hlaváček (1831-1911), geboren in Královice bei Slaný (Kralowitz b. Schlan), gewählt. Beträchtlich trat er ins öffentliche Leben im Jahr 1864, als Gründungmitglied der Bürgervorschusskasse. An der Spitze der Bezirksverwaltung stand er mehr als dreißig Jahre (1869-1903). Er erwarb sich große Verdienste um die Errichtung von drei Wohlfahrteinrichtungen – des Kranken-, Siechen- und Waisenhauses. Er trug wesentlich zur Gründung der Bezirkswirtschaftsvorschusskasse (1882) und zum Ausbau des Bezirksrathauses (in der Wilsonova-Straße) bei. Für seine Verdienste wurde er schon zu Lebzeiten weithin geachtet und zum Ehrenbürger ernannt. Am 26. März 1930 ¬- während der Sitzung des Stadtrates - ¬wurde ihm zu Ehren dem Platz vor dem damaligen Waisen- und Siechenhaus und von der Winterwirtschaftsschule der Name Hlaváček-Platz verliehen.

DAS KLOSTER HLGST. DREIFALTIGKEIT – DAS KLOSTER DER UNBESCHUHTEN KARMELITER IN SLANÝ
Ursprünglich handelte sich um das Franziskanerkloster. Seine Gründung im Jahr 1655 war eines der ersten positiven Anzeichen der Erneuerung hiesiger Region, die von den Kampfhandlungen der Truppen infolge des Dreißigjährigen Kriegs stark verwüstet wurde.
Die Kirche selbst wurde schon in den Jahren 1581-1602 errichtet. Die Erneuerung der Kirche und der Klosterausbau erfolgten in den Jahren 1655-1670. Der Großbrand, dem das Gebäude im Jahr 1665 zum Opfer fiel, erzwang einen neuen Umbau, vermutlich nach Entwurf des italienischen Architekten Giovanni Domenico Orsi. Dadurch erhielt die Kirche ihre heutige barocke ausgeleuchtete Gestaltung, halbrunde Seitenkapellen und Kuppelgewölbe. Die Loretokapelle wurde vom Grafen von Martinic im Jahr 1657 nach seiner Heimkehr aus der Pilgerfahrt nach Loretto in Italien ausgebaut. Die Loretokapelle und die Statue der Schwarzen Muttergottes bilden das Zentrum und das Herz der Kirche. Das Kloster ist von den Unbeschuhten Karmelitern bewohnt und wird mitsamt dem Garten schrittweise rekonstruiert. Der Orden ist in Slaný seit dem Jahr 1993 tätig.

DIE WINZER- UND FISCHERSÄULE
Vermutlich reicht die Geschichte der ursprünglichen Säule in die Regierungszeit Karls IV. zurück. Andere Quellen gehen bis ins 16. Jahrhundert. Die Säule hatte ihren ursprünglichen Platz unterhalb der St. Wenzelkirche in Ovčáry (Owtschar, Schafhütten). Ihre Kopie stammt aus der Werkstatt des Bildhauers Václav Nejtek. Die Fragmente der ursprünglichen Säule wurden ins Heimatkundemuseum in Slaný überführt, einige wurden aber auch beim Bau der Straße nach Velvary (Welwarn) verwendet.

DIE ST. WENZELKIRCHE IN OVČÁRY (Schafhütten)
Vermutlich fällt die Gründung der Kirche in die Vorhussitenzeit. Ihre schriftliche Ersterwähnung geht auf das Jahr 1465 zurück. Die Kirche hat ein polygonales Presbyterium, von dessen Achse ihr Kirchenschiff abgelenkt ist. Dafür kann es eine technische Ursache geben, oder es drückt vielleicht das nach rechts geneigte Haupt Jesu aus, da es in diesem Fall sehr symbolträchtig sein könnte. Die letzte Renovierung und Neueinweihung erfolgte im Jahr 2004.

DER KURORT SLANÝ
Anstelle des heutigen Feuerwehrhauses stand im 19. Jahrhundert ein Kurhaus, das auf Veranlassung des k. k. Kreisamts in Slaný und des damaligen Bürgermeisters Scharf ausgebaut wurde. Dem hiesigen von Sagen umwobenen Wasser wurden - durch das Vorhandensein von zwei Brunnen unterhalb des Schlaner Bergs (Slánská hora) - heilende Kräfte nachgesagt. Im Jahr 1843 wurde das Kurhaus fertig gebaut. Es wurde auch mit Material aus dem im Jahr 1841 niedergerissenen Prager Tor aufgebaut. Innerhalb kurzer Zeit erwies sich, dass sein Standort unpassend gewählt wurde. Das Wasser war allerdings nicht so wundertätig, wie es vorausgesetzt wurde und es war nicht möglich, noch weitere Kurhäuser oder einen Park zu errichten. Der Kurhausbetrieb rentierte sich nicht und im Jahr 1938 wurde der Kurort aufgelöst. Sein Gebäude wurde von der Stadt der Freiwilligen Feuerwehr geschenkt. An seiner Stelle wurde ein neues Feuerwehrhaus ausgebaut. Vom ehemaligen Gebäude blieb nur der Straßenname „Lázeňská-Straße“ erhalten.

SLÁNSKÁ HORA A SLÁNSKÝ PRAMEN –
DER SCHLANER BERG UND DIE SALZQUELLE
Der Charakter der ganzen Gegend wurde durch ein Massiv vulkanischen Ursprungs geprägt. Der Schlaner Berg steht unter Naturschutz und verfügt über einen Lehrweg und einen neu errichteten Waldpark. Die am Bergfuß sprudelnde Salzquelle gab der späteren Stadt ihren Namen. Hinsichtlich der günstigen Lage inmitten der fruchtbaren Landschaft und vermutlich auch aus Schutzgründen war hiesige Gegend schon in der Urzeit von Menschen besiedelt. Die später unterhalb des Schlaner Bergs entstandene Ortschaft belegen zwei Urkunden des Königs Ottokar II. Přemysl aus den Jahren 1262 und 1271.
An die Quelle knüpft sich die Sage von ihrer Entdeckung durch den Fürsten Nezamysl und sein Gefolge. Der Schlaner Berg (330 m. ü. m.) ist ein Ergussgestein vulkanischen Ursprungs und stammt aus dem Tertiär. Er war im 1726 zum letzten Mal aktiv.
Am1. Februar 1998 wurde der Schlaner Berg unter Naturschutz gestellt. Auf seinem Gipfel stehen drei Kreuze, die das Leiden der Stadtbewohner während des Dreißigjährigen Kriegs symbolisieren. Hier eröffnet sich auch eine herrliche Aussicht auf die Stadt.

PALABA
Die bekannte Fabrik für elektrische Zellen und Batterien gehört zu den jüngeren Betrieben in der Stadt. Aber diese ursprünglich kleine Fabrik verzeichnete bald ein schnelles Wachstum. Ihrerzeit konnte man sie mit dem Wirtschaftswunder von Tomas Baťa vergleichen. Die derzeit moderne Fabrik wurde von Jaroslav Pála gegründet. Anfang Oktober 1925 wurde sie in Betrieb gesetzt. Das große Wachstum der Produktion überstieg alle Erwartungen und erforderte die Erweiterung des Betriebs, der weiter die Marke PALABA Slaný trug und bis 800 Arbeiter beschäftigte. Nach der Verstaatlichung im Jahr 1946 trug der Betrieb einen neuen Namen Bateria.
Hinter dem Bahnübergang sehen wir rechter Hand das Gebäude des alten Schlachthofs.

DAS SPEEDWAY-STADION
Auf dem Weg meiden wir linker Hand das Speedway-Stadion. Der Moto Club Slaný wurde am 1. 12. 1922 gegründet. Die Idee, in Slaný ein Speedway-Stadion zu errichten, geht auf die Jahre 1948-1949 zurück. Mit dem Rennen wurde am 13. 8. 1950 begonnen. Dieser Sport ist in Slaný hoch geachtet und seine Funktionäre waren immer sehr progressiv. Davon zeugt auch die Installation der künstlichen Beleuchtung im Stadion im Jahr 1954. Am 26. Mai fand das erste Rennen unter künstlicher Beleuchtung in der ehemaligen Tschechoslowakei statt. Mit dem Bau der Tribüne wurde im Jahr 1984 begonnen und im Jahr 1988 wurde sie fertig gebaut.

SANIERUNG DER DEPONIE
Im Dezember 2003 wurde die ein Jahr dauernde Sanierung der ehemaligen Stadtdeponie vollendet. In Bezug auf den Umfang der Erdarbeiten handelte sich um die größte Aktion in der Geschichte der Stadt. Zum Gedenken wurde an ihrer Stelle ein über sechs Tonnen schwerer Steinblock aus Mrakotiner Granit aufgestellt.

BOŽÍ HROB - DAS GOTTESGRAB
Zwischen den Gärten kommen wir zum Kreuz. Dort biegen wir nach rechts ein und gelangen auf einen leicht aufsteigenden Waldweg, der direkt zur Kapelle führt. Die Grabeskapelle steht auf einer Anhöhe im südlichen Teil der Stadt. Die Kapelle wurde nach dem Vorbild des heiligen Grabes in Jerusalem vom Grafen Bernard Ignác von Martinic im Jahr 1665 nach seiner Heimkehr aus Jerusalem ausgebaut. Seit undenklichen Zeiten war die Grabeskirche in der Altstadt Jerusalems das Ziel der Pilger. Davon zeugen nicht nur alte Aufzeichnungen über ihre Reisen, sondern auch verschiedene künstlerische Gegenstände. Die Abbildung des Gottesgrabes begegnet uns auf Reliefen, Elfenbeinplatten oder Ampullen, in denen Pilger geweihtes Wasser oder Öl aus dem Heiligen Land mitbrachten.
Die Architektur erfuhr viel Änderungen, Zerstörungen und folgende Umgestaltungen. Die berühmte Gravierung von Erhard Reuwich aus dem Jahr 1483 stellt die Kapelle in ihrer frühmittelalterlichen Form dar. In diesem Zustand blieb sie bis zum Brand im Jahr 1808 erhalten, dann wurde sie niedergerissen und neu ausgebaut. Die Kapelle in Slaný hat einen polygonalen Kern und ihre Stirnseite ist durch eine Blendarkade gegliedert, die von Säulen verschiedener Art gestützt wird. Die Kuppel mit glockenförmigem Dach kopiert die polygonale Form der Kapelle. Wenn wir in den inneren Raum der sog. Engelskapelle eintreten, sehen wir auf dem Boden einen Quaderstein - ein Symbol des vom Grab weg gewälzten Steines. Auf der nördlichen Seite der Gruft befindet sich eine Steinplatte, auf der der tote Leib Jesu lag. Dieses Denkmal gilt als das älteste seiner Art in Tschechien. Es handelt sich um einen frühbarocken Kirchenbau.

PŘÁDELNA BAVLNY –DIE BAUMWOLLSPINNEREI – von HONORÉ DE LIESER
Die ursprüngliche Baumwollspinnerei in der Ouvalova-Straße fiel im Jahr 1900 einem Großbrand zum Opfer und der Baron de Lieser ließ im Jahr 1903 eine neue Spinnerei in Kvíček (Klein-Kewitz) ausbauen. Im Jahr 1914 wurde sie von der Gesellschaft Ferdinand Přibyl und Söhne gekauft. Nach der Verstaatlichung wurde die Fabrik in den Nationalbetrieb Benar eingegliedert.

NA VYHLÍDCE – ZUR AUSSICHT
Die rege archäologische Tätigkeit der letzten Tage in der Umgebung der Stadt Slaný betraf auch den Standort „Na Vyhlídce“ (früher „Na Vejrovně“). Hiesige Funde sind der linearkeramischen Kultur zuzuweisen und datieren in die Zeit um 5000 v. Chr.

VELKÝ SLÁNSKÝ RYBNÍK - DER GROßE SCHLANER TEICH
Am Ende des 15. Jahrhunderts gab es in Slaný und in seiner Umgebung die Zehnen von umfangreichen Teichen. Die Fischerzunft gehörte neben der Winzerzunft zu den reichsten Zünften in der Stadt. Die Abfischungen zogen viele Menschen aus der Umgebung an. Die Fische, besonders Karpfen, Hechte und Forellen wurden auch an die königliche Tafel geliefert. Während des Dreißigjährigen Kriegs wurden die notwendigen Unterhaltungsarbeiten an den Teichen und Dämmen aus Mangel an Kraft oder an Geld vernachlässigt und die Teiche verödeten. Die Teiche begannen die Felder zu überfluten. Nach der Schlacht am Weißen Berg ließ der Graf Jaroslav Bořita von Martinic noch weitere Teiche liquidieren. Binnen 240 Jahren erlosch der Ruhm der Schlaner Teichwirte. Es wurden insgesamt 97 umfangreiche Teiche beseitigt. In der Umgebung der Stadt Slaný gibt es kein flüssiges Wasser, außer ein paar kleinen Bächen, die als fischleer gelten. Zu den größeren Flüssen mussten die Angler mit dem Zug fahren, da es damals noch sehr wenig Autos gab. Deshalb entschlossen sich die Angler auf Veranlassung von Jindřich Skorkovský, dass sie in Slaný einen Anglerverein gründen. Im Jahr 1951 wurde zwischen der Gemeinde Studeněves und der Stadt Slaný der Große Schlaner Teich, der „Přehrada“ (Stausee) und später „Novas“ genannt wurde, angelegt. Der Teich diente auch als Rückhaltbecken für die Stadt Slaný. Der Teichdamm ließ das Wasser durch und musste mehrmals saniert werden. Im Jahr 1954 wurde der Teich zum ersten Mal mit Fischen besetzt. Offiziell wurde er im Jahr 1956 zur Nutzung übergeben.

VÍCEÚČELOVÁ SPORTOVNÍ HALA - DIE MEHRZWECKHALLE
Die Mehrzweckhalle befindet sich am südwestlichen Stadtrand. Im Jahr 1978 wurde neben dem Athletikstadion mit Schlackenbahn eine Winterhalle eröffnet. Es gibt hier auch einen Fußballspielplatz und eine Schwimmhalle. In Räumlichkeiten der Winterhalle steht der Öffentlichkeit eine Eisfläche zur Verfügung. Für die Ballspiele ist der Turnsaal in der Nordtribüne geeignet. Die Sportfans können sich auch auf dem Squah-Court oder auf zwei Bowlingbahnen austoben. Das Fitnesszentrum bietet alle Arten von Aerobic. Zum Prestige der Sportanlagen trägt das regelmäßige Veranstalten von internationalen Meetings. In diese Kategorie sind auch die alljährlichen Jaromír-Jágr- und Tomáš-Kapusta-Eishockeyschulen einzuordnen. Tomáš Kapusta ist ehemaliger National- und Extraligaspieler, der lange Jahre in Kanada, Finnland, Schweden und in den USA tätig war.


9. Kulturhistorische Wanderung durch die Region Slaný

Slaný – Byseň – Lotouš – Neprobylice – Kutrovice – Kvílice – Třebíz – Hořešovice – Hořešovičky – Zichovec – Žerotín – Panenský Týnec

Schlan - Bisen – Lotaus – Neprobilitz – Kutrowitz – Kwillitz – Weißthurn – Groß Horeschowitz – Klein Horeschowitz - Sichowetz – Zierotin - Jungferteinitz

Die Route startet am Informationszentrum auf dem Masaryk-Platz (im Gebäude des ehemaligen Piaristenkollegs Nr. 159). Von hier aus nehmen wir den Weg durch die Hus- und Třebízský-Straße. Wir gehen die Straße Nr. 16 Richtung Řevničov und biegen nach rechts auf die Straße Nr. 23628 Richtung Byseň ein.

BYSEŇ - BISEN
Die archäologischen Funde oberhalb des Dorfes in der Richtung Lotouš sind der altertümlichen Besiedlung zuzuweisen. Das Dorf wurde 1316 erstmals schriftlich aufgeführt. Einziges Denkmal ist die Kapelle aus dem Jahr 1860. Die Fragmente der mittelalterlichen Feste blieben nicht erhalten.

LOTOUŠ – PÍSEK – LOTAUS- SAND
Es handelt sich um zwei verbundene Dörfer, wobei Lotouš älter ist. Im Bereich des Dorfes wurden die Hockergräber der Aunjetitzer Kultur freigelegt. Die Ersterwähnung der Gemeinde geht auf 1227-1228 zurück. Das Dorf Lotouš wurde der Stadt Slaný unterstellt. Im Jahr 1547 wurde es konfisziert, 1562 an die Stadt Slaný zurückgegeben und nach der Schlacht am Weißen Berg im Jahr 1623 von der Familie Martinic von Smečno erworben. Gemäß der Steuerrolle aus dem Jahr 1654 standen im Dorf vier Bauerhöfe, die den Kern des Dorfes noch Anfang des 20. Jahrhunderts bildeten. Erwähnt sind noch drei Häuser und die Kapelle der Hl. Dreifaltigkeit aus dem 19. Jahrhundert. In Písek neben der Straße stand ein Einkehrgasthaus. Das Einöddorf Libuš erinnert an die Zeit des Kohlenabbaus. Die nahen Gruben Libuš und Arnošt verblieben im Besitz des Kohlenreviers Beyer von Sv. Jan bei Libovice (St. Johann b. Libowitz)

NEPROBYLICE - NEPROBILITZ
Die Gemeinde erscheint urkundlich erstmals im Jahr 1316. Im Jahr 1397 wurde das Dorf in zwei Teile geteilt. Im oberen Teil entstand die Feste Hrádek. Den unteren Teil erwarb Vaněk von Hřivice (Riwitz), der hier die zweite Feste ausbauen ließ. Am Ende des 16. Jahrhunderts wurden beide Teile des Dorfes wieder zusammengefügt. Die Feste Hrádek ließ Václav Pětipeský in den Jahren 1587-1588 im Renaissancestil umbauen. Die untere Feste verödete und verfiel. Die ursprünglich barocke Heiliggeistkirche aus dem Jahr 1741 wurde im 19. Jahrhundert umgebaut. Auf dem Dorfplatz steht ein Glockenturm, der im Jahr 1896 anstelle des älteren Renaissanceglockenturms ausgebaut wurde. In die Mauern des Glockenturms sind zwei Grabsteine von der niedergerissenen Kirche eingelassen. Auf dem ersten Grabstein ist der am 7. März 1602 gestorbene Ritter Václav Pětipeský von Chýš und Egerberg abgebildet. Der zweite Grabstein mit der absichtlich behauenen Frauenfigur stellt Mandeléna von Adlar († 1604) – die Ehefrau von Odolan Älterer Pětipeský dar. Der dritte im 19. Jahrhundert vernichtete Grabstein gehörte Alžběta Vojkovská von Milhostice († 1610). Das Geläut des Glockenturms besteht aus drei Glocken. Das Kreuz vor dem Glockenturm stammt aus dem 19. Jahrhundert. Neben dem Glockenturm stehen zwei den ersten Präsidenten Masaryk und Beneš gewidmete Linden. Die Keller- und Mauerreste von der Feste Hrádek dienten dem Pflughof und später auch dem Schafstall der Familie von Martinic und Clam-Martinic zum Fundament. Vom Pflughof blieben nur Ruinen erhalten.
In die Südmauer der ehemaligen Feste wurden zwei Sandsteintafeln mit den Wappen von Václav Pětipeský und seiner Ehefrau Ižalda (Alžběta - Elisabeth) Vojkovská von Milhostice eingelassen. Die Inschrift der dritten Sandsteintafel unter ihnen berichtet, dass der Ritter Pětipeský die Feste auf eigene Kosten umbauen ließ. Die Sonnenuhr an der Mauer des ehemaligen Schafstalls wurde laut Inschrift im Jahre 1926 erneuert.

KUTROVICE - KUTROWITZ
Die prähistorische Besiedlung dieses Gebiets belegen archäologische Funde der Bandkeramik, die der Bylany-Kultur zuzuordnen sind. Sie wurden im Jahr 1900 in der hiesigen Ziegelfabrik freigelegt. Die Ersterwähnung des Dorfes geht auf das Jahr 1366 zurück. Im Dorf befindet sich eine schön renovierte Kapelle. Sie finden hier auch ein kleines Kreuz.

KVÍLICE - KWILITZ
Das Dorf wurde im Jahr 1211 erstmals erwähnt. Die um 1366 errichtete St. Veitskirche fiel im Jahr 1884 einem Großbrand zum Opfer. In den Jahren 1886-1887 wurde die Kirche nach Entwurf des Architekten R. Štech wieder ausgebaut. Der benachbarte aus dem 16. Jahrhundert stammende Holzglockenturm wurde im Jahr 1663 umgebaut. Das Pfarrhaus stammt aus dem Jahr 1882. Die Schule in Kvílice besuchte V. Beneš Třebízský. Seine Eltern wurden auf hiesigem Friedhof beerdigt. Das Dorf kommt in mehreren seiner Geschichten vor. Im Dorf befindet sich noch eine altertümliche Mühle mit einem Brunnen, der mit dem Taubeschlag und der Statue des Hl. Johannes von Nepomuk kombiniert ist.

TŘEBÍZ - WEIßTHURN
Die Anfänge des Dorfes und der hiesigen Feste sind urkundlich nicht belegt. Der Schwerpunkt der Sammlungen des Heimatkundemuseums in Třebíz liegt auf der Volksarchitektur der hiesigen Region. Im Museum werden alte Volksbaukunst, Wohnwesen und Landwirtschaft zu neuem Leben erweckt. Zu den bedeutsamsten Baudenkmälern gehört der Cifkův Bauernhof (Nr. 1), das Amt des Dorfrichters mit Schankrecht, mit Speicher, Keller, Pferdestall und weiteren Wirtschaftsgebäuden. Im Inneren des Hauses Nr. 4 blieb ein alter Kramladen erhalten. Die Knechtenhäuser Nr. 62 und 64 waren ursprünglich die Ausgedingehäuser von Bauernhöfen Nr. 10 und 11. Ihre Ausstattung entspricht dem Stand aus der Jahrhundertwende (19./20. Jh.). Im Garten des Hauses Nr. 10 finden wir die Fachwerkscheune aus Lehm, als Beleg des Baustils am Ende des 17. und im 18. Jahrhunderts. Auf dem Dorfplatz steht barocke St. Martinkapelle aus der Hälfte des 18. Jahrhunderts. Das Geburtshaus des Priesters und Schriftstellers Václav Beneš Třebízský (Nr. 19) bietet eine Dauerausstellung zu seinem Leben und Werk. In die Sandsteinfelsen oberhalb des Dorfes wurden die Keller abgeteuft. In den Felsen wurde ein die Pieta darstellendes Relief eingehauen. Auf dem Felsen steht das Denkmal für Václav Beneš Třebízský. Es stammt aus der Werkstatt von František Hergessel und František Procházka. Seine feierliche Enthüllung erfolgte am 14. August 1892.

HOŘEŠOVICE – GROß HORESCHOWITZ
Das Dorf wurde schon im Jahr 1227 erstmals aufgeführt. Die erste Erwähnung des Pfarrhauses erfolgte im Jahr 1352. Zu den Patronen der St. Peter und Paulkirche gehörten außer den hiesigen niedrigen Adligen die Herren von Žerotín (Zierotin), Toužetín (Tauschetin) und Neprobylice (Neprobilitz). Das gotische Presbyterium der heutigen Kirche steht anstelle der ursprünglichen Kapelle. Die Ersterwähnung der Kirche fällt auf das Jahr 1321 zurück. In ihrer Nachbarschaft steht der ursprünglich im Renaissancestil ausgebaute Holzglockenturm mit steinernem Sockel. Auf dem Dorfplatz steht die Statue des Hl. Johannes von Nepomuk, ihr Ursprung reicht bis ins Jahr 1863 zurück.

HOŘEŠOVIČKY – KLEIN HORESCHOWITZ
Das Dorf wurde im Jahr 1390 im Zusammenhang mit hiesigem Wladika Racek von Klein Horeschowitz erstmals aufgeführt. Die barocke St. Martinkapelle mit Wappen der Familie Kinsky über ihrem Eingang stammt aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts.

ZICHOVEC - SICHOWETZ
Zichovec ist letztes Dorf des hiesigen Umkreises. Die ersten Erwähnungen des Dorfes gehen erst auf das Jahr 1407 zurück. Über den weiteren Verlauf der Geschehnisse schweigen die Quellen. Im 16. Jahrhundert wurden ein Teil der Gemeinde dem Dorf Srbeč (Serbetsch) und der andere der Herrschaft Peruc (Perutz) unterstellt. Nach dem Dreißigjährigen Krieg verblieben ein Teil des Dorfes im Besitz der Herrschaft Vraný (Wrana) des Herrn Jan Václav Vratislav von Mitrovice und der andere im Besitz des Herrn Valkoun von Adlar in Zlonice (Zlonitz). In der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts gehörte das ganze Dorf der Herrschaft des Herrn von Dittrichstein in Budyně (Budin). Die Kapelle im Dorf stammt aus dem Jahr 1895.

ŽEROTÍN - ZIEROTIN
Die Burg Žerotín mit dem gleichnamigen Dorf (unterhalb der Burg) wurde Anfang des 13. Jahrhunderts von Habart von Hořovice (Horschowitz - 1229) dem Burggrafen von Přimda (Pfraumberg) gegründet. Beim Schwedeneinfall während des Dreißigjährigen Kriegs wurde die Burg erobert und ausgeraubt. Sie wurde in den folgenden Jahrhunderten nie wieder aufgebaut. Es blieben nur zwei Säulen von Kellerräumen erhalten. Erkennbar ist noch auch der ehemalige Wassergraben. Die St. Blasiuskirche wurde im Jahr 1800 ausgebaut. Die neuromanische Kapelle stammt aus dem Jahr 1900.

PANENSKÝ TÝNEC - JUNGFERTEINITZ
Die Benennung Týnec wurde vom Wort „Týn“ oder vom altkeltischen „Taun“ abgeleitet und bedeutet Umfriedung. Die Bezeichnung „Panenský“ (jungfräulich) knüpft an die Jungfrauen Klarissen - den weiblichen Zweig der Franziskaner an. Týnec wurde im Jahr 1115 erstmals urkundlich erwähnt. Im Jahr 1186 wurde es als Dorf aufgeführt. Im Jahr 1321 erscheint Týnec urkundlich als Stadt. Im Jahr 1280 stiftete Habart von Zierotin in Týnec ein Kloster und überließ es den Klarissen aus dem Prager Agneskloster zum Nießbrauch. Im Jahr 1320 wurde mit dem Bau der prächtigen gotischen Klosterkirche begonnen. Der Brand im Jahr 1382 und die Hussitenkriege verhinderten die Vollendung der Bauarbeiten. Im Jahr 1422 wurde das Kloster von den Hussiten niedergebrannt. Die Zierotiner ließen sein Gebäude erneuern und das Kloster wurde von Klarissen für weitere 220 Jahre wieder bewohnt. In der Klosterkapelle der Hlgst. Dreifaltigkeit befand sich die Gruft der Zierotiner und der Äbtissin. Vom Untergang des Klosters schweigen die Quellen. Nach dem Brand im Jahr 1722 wurde es wahrscheinlich nie wieder aufgebaut. Im Jahr 1548, laut Inschrift über dem Eingang „AZL 1548“, ließ die Äbtissin Anna von Litoměřice (Leitmeritz) das Kloster im Renaissancestil umbauen. Nach der Schlacht am Weißen Berg kehrten die Klarissen nach Prag zurück und das Kloster in Týnec diente nur dem Sommeraufenthalt und als Verwaltungssitz des Stiftsguts. Das rein tschechische Kloster wurde im Jahr 1782 im Zug der Reformen Kaiser Josephs II. aufgelöst.
Im Jahr 1797 kaufte die Herrschaft Panenský Týnec der Prager Bürger Jan Tuscany. Im Besitz seiner Familie verblieb sie bis 1854. Die Familie bewohnte zuerst das Kloster. Sie hielten es aber für wenig prachtvoll. Im Jahr 1842 ließen sie im nördlichen Teil des Hofs ein neues Schloss ausbauen. Sein Gebäude wollte MUDr. A. Maixner (Arzt von T.G. Masaryk) zu einem Wasserkurort umbauen. Es gelang ihm nicht und das Schloss wurde im Jahr 1948 niedergerissen. Die Familie Tuscany gründete außerhalb des Dorfes einen neuen Friedhof, auf dem im Jahr 1800 ihre Gruft im klassizistischen Empirestil ausgebaut wurde. Im Jahr 1856 wurde Týnec vom Prager Bürger Vojtěch Renner gekauft. Während seiner Verwaltungszeit ließ Frau Pavlína Kašparová die Dampfbrauerei ausbauen. Bier wurde hier fast 50 Jahre lang gebraut. In diesen Zeitraum fällt auch die größte Aufwärtsentwicklung der Gemeinde. Im Jahr 1872 wurde die Herrschaft an die Gräfin Teresia von Herberstein verkauft. Und somit fügte sie Panenský Týnec nach 512 Jahren der ursprünglichen Zierotiner Herrschaft hinzu. In ihrem Besitz verblieb es bis 1945.
Das einstöckige Klostergebäude wurde ursprünglich für die Hl. Agnes von Böhmen und als dreiflügeliger Gebäudekomplex ausgebaut. Erhalten blieben die Reste vom späteren Renaissanceumbau. Den Eingang des Nordflügels bildete ein halbrundes Portal aus dem Jahr 1548. Die ans Kloster anliegende gotische Klosterkirche mit einem reich verzierten Eingangsportal blieb nur als Ruine erhalten. Auf dem Fundament der ursprünglichen dreischiffigen Kirche wurde im Jahr 1722 ein gotischer Glockenturm aufgebaut.
Die ursprüngliche St. Georgkirche stifte Plichta von Zierotin im Jahr 1318 zum Andenken an seinen Ritterschlag, der am 23. April 1318 im Landtag in České Budějovice (Böhmisch Budweis) erfolgte. Im Jahr 1722 wurde die Kirche erweitert und im Jahr 1904 renoviert. Der Mechanismus ihrer Turmuhr wird per Hand aufgezogen. Die Barockkapelle des Hl. Johannes von Nepomuk stammt aus der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Im Jahr 1999 wurde die Kapelle renoviert und wieder eingeweiht. Auf dem neuen Friedhof dominiert die Gruft von Jan Tuscany, sie wurde im Jahr 1800 im Empirestil ausgebaut. An der nördlichen Friedhofmauer befindet sich das Grab vom berühmten Botaniker und Entdecker vieler Orchideen Benedikt Roezl. Seine Statue steht auf dem Karlsplatz in Prag. Die Restruine der nie fertig gebauten Klosterkirche in Panenský Týnec ist durch ihre einmalige Atmosphäre berühmt. Die Kirche strahlt positive heilende Kraft und Energie aus.

Slaný – Byseň 3,9 km
Byseň – Lotouš 2,3 km
Lotouš – Neprobylice 1,34 km
Neprobylice – Kutrovice 1 km
Kutrovice – Kvílice 1,9 km
Kvílice – Třebíz 1,7 km
Třebíz – Hořešovice 1,7 km
Hiřešovice – Hořešovičky 1 km
Hořešovičky – Zichovec 2,2 km
Zichovec – Panenský Týnec 3,6 km

Gesamtlänge: 22 km
Der Weg ist für Touristik und Radtouristik geeignet.
Die Route führt über die Gemeinde- und Kreisstraßen.

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